Zahlung von freiwilligen Zusatzbeiträgen nach § 32
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Zahlung von freiwilligen Zusatzbeiträgen nach § 32

Ergänzend zu den Ausführungen in unserem jährlichen Mitgliederrundschreiben möchten wir die Urteile des Bundessozialgerichts vom 03.04.2014 zur Ablehnung einer Befreiung von der gesetzlichen Rentenversicherungspflicht für Syndikusanwälte zum Anlass nehmen, auf die Möglichkeit einer Verbesserung der Rentenanwartschaft durch Zahlung freiwilliger Beiträge zum Versorgungswerk hinzuweisen.  

Mitglieder, deren Antrag auf Befreiung von der gesetzlichen Rentenversicherungspflicht für eine bei einem nicht anwaltlichen Arbeitgeber ausgeübte Tätigkeit abgelehnt wurde, die aber bereits seit Jahren oder Jahrzehnten einkommensbezogene Beiträge an das Versorgungswerk geleistet haben, sollten in besonderem Maße prüfen, inwieweit sich zum Erhalt der Rentenanwartschaft auch über den gegebenenfalls jetzt nur festgesetzten Mindestbeitrag hinaus eine zusätzliche freiwillige Beitragszahlung nach § 32 empfiehlt. Am Ende des auf unserer Homepage ins Netz gestellten Textes der "Häufig gestellten Fragen aufgrund des BSG-Urteils" sind die Auswirkungen eines Ausscheidens aus dem Versorgungswerk oder einer Zahlung des Mindestbeitrages rechnerisch dargestellt. Bei künftiger Zahlung der Beiträge aus dem Anstellungsverhältnis an die gesetzliche Rentenversicherung wird jedoch auch bei Zahlung des Mindestbeitrages an das Versorgungswerk immer noch eine Versorgungslücke verbleiben im Vergleich zu dem Fall, dass der Beitrag aus dem Anstellungsverhältnis weiter an das Versorgungswerk hätte geleistet werden können. Eine solche Versorgungslücke könnte jedoch vermindert oder geschlossen werden, in dem an das Versorgungswerk im Rahmen des § 32 ein zusätzlicher freiwilliger Beitrag geleistet wird.

Grundsätzlich kann jedes Mitglied nach Maßgabe des § 32 Abs. 1 über den Pflichtbeitrag hinaus auf freiwilliger Basis die Beitragszahlung auf bis zu 15/10 des Regelpflichtbeitrages erhöhen. Diese Möglichkeit ist nach Maßgabe des § 32 Abs. 2 erst ab Vollendung des 57. Lebensjahres eingeschränkt. Zu diesem Zeitpunkt wird der erreichte persönliche durchschnittliche Beitragsquotient ermittelt, der die Obergrenze einer künftigen freiwilligen Beitragszahlung darstellt. 

Steuerliche Aspekte können ebenfalls berücksichtigt werden, da die an das Versorgungswerk geleisteten Beiträge in steigendem Maße steuerlich absetzbar sind. Die in diesem Jahr geleisteten Beiträge können beispielsweise in Höhe von 78 % von der Steuer abgesetzt werden, wobei maximal 20.000,00 EUR für ein lediges Mitglied und 40.000,00 EUR für Verheiratete als Vorsorgeaufwand absetzbar sind.